Die niederländische Künstlerin Ellen Kooi spürt in ihren Bildern den atmosphärischen Besonderheiten küstennaher Gebiete nach. Mit den eindrucksvollen fotografischen Arbeiten Wijk aan Zee – Kazemat (2023) und Marrum – Dobbe (2024) hat die Künstlerin Ellen Kooi zwei Werke geschaffen, das sich hervorragend in das Sammlungsprofil des MKdW rund um das Thema Meer & Küste einfügen.
Ellen Kooi (*1962 in Leeuwarden) lebt und arbeitet in Haarlem, Niederlande. Sie studierte an der Art Academy ABK Minerva in Groningen und war Post Graduale in Arts an der Rijksakademie, Amsterdam. Das MKdW besitzt bereits eines ihrer Werke mit dem Titel Sirjansland – Möwen (2009), das mit diesen beiden Neuerwerbungen ein hervorragendes Ensemble bildet.
Die zwei neuen Arbeiten können Sie vom 27. September 2026 bis 11. April 2027 in der Ausstellung Neue Blicke – Gegenwartskunst aus der Sammlung Kunst der Westküste mit eigenen Augen sehen. Mehr zu den beiden Bildern finden Sie weiter unten.
Wir bitten herzlich um Unterstützung. Sie können uns helfen, diese zwei spannenden Werke dauerhaft nach Föhr zu holen! Die Künstlerin gewährt dem MKdW einen exklusiven Ensemblepreis von 9.400,- € für beide Werke an.
Jede Spende hilft, dieses Ziel zu erreichen. Unser ausdrücklicher Dank gebührt jedem Beitrag, egal in welcher Höhe!
Sie können online per Paypal, Google oder Apple Pay spenden. Ihre Daten werden verschlüsselt übertragen, so dass ein Maximum an Sicherheit gewährleistet ist. Gebühren der jeweiligen Zahlungsanbieter werden automatisch abgezogen.
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Stichwort: Bewegung Ellen Kooi
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Marrum – Dobbe (2024)
Ellen Kooi: Marrum – Dobbe (2024, Barytabzug) © Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Ellen Kooi fängt die faszinierende Atmosphäre der Landschaft ein. Die Menschen darin werden zu Projektionsträgern einer landschaftlich verankerten Erinnerung. Das zeigt sich in dem Bild Marrum – Dobbe (2024). Eine graue Wolke scheint sich an die Form eines fast kreisförmigen Gewässers anpassen zu wollen, das inmitten einer flachen Weidelandschaft liegt. Der Titel verweist auf einen kleinen Ort an der westfriesischen Küste. Hinter dem Deich bei Marrum liegt eine Salzwiesenlandschaft, die bei Sturmfluten regelmäßig überflutet wird. Vor der Eindeichung war das Gebiet den Gezeiten unmittelbar ausgesetzt. Aufgrund der Süßwasserknappheit entstanden sogenannte Dobben – ringförmig eingefasste Regenwasserspeicher. Sie prägen zusammen mit den Warften bis heute die Landschaft. Ihre Entstehung reicht vermutlich bis ins Mittelalter oder in die frühe Besiedlungszeit der friesischen Salzwiesen zurück. Bis heute blieben sie als Tränken bestehen und werden vor allem aus ökologischen Gründen erhalten. Zugleich verweisen sie als materielle Spuren auf die langfristige Anpassung an ein von Wasser geprägtes Umfeld. Eine Wolke deutet die fortwährende Möglichkeit von Überflutung an.
Wijk aan Zee – Kazemat (2023)
Ellen Kooi: Wijk aan Zee – Kazemat (2023, Barytabzug) © Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Die Arbeiten von Ellen Kooi tragen als ersten Teil ihres Titels den Ort, an dem die Aufnahme entstanden ist. So verweist Wijk aan Zee – Kazemat (2023) auf einen kleinen Ort an der niederländischen Küste, auf eine Landschaft, die stark durch ihre wechselvolle Geschichte geprägt wurde. Unwirklich erhebt sich im Hintergrund ein Gebäude, das sich wenig in die landschaftliche Umgebung einfügt. Das Dorf Wijk aan Zee wurde im Zweiten Weltkrieg im Zuge des Ausbaus des Atlantikwalls militärisch genutzt und dafür geräumt. In den Dünen entstanden Bunker, Kasematten und Beobachtungsanlagen. Viele dieser Strukturen sind bis heute vorhanden, teils sichtbar, teils im Sand verborgen. Das Gebäude in diesem Bild – es ist das Hotel Het Hoge Duin – wurde 1958 auf den Fundamenten eines Bunkerkomplexes errichtet.